Ob Sie den Einsatz von Defibrillatoren in Ihrem Unternehmen planen oder bereits AEDs bereitstellen, in diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige zur Automatischen Defibrillation.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen an einem sogenannten “plötzlichen Herztod”. Die Ursachen dieser Herzversagen sind zwar vielfältig, oftmals stehen sie aber in Zusammenhang mit einer Herzrhythmusstörung. In solchen Fällen ist der Pump-Rhythmus des Herzens gestört – entweder dadurch, dass das Herz plötzlich unregelmäßig pumpt oder dass der Herzmuskel sich nicht mehr richtig zusammenzieht und deswegen kein Blut mehr pumpen kann. Die mangelnde Versorgung des Körpers mit Sauerstoff führt dann innerhalb kürzester Zeit zum Tod.

Leitfaden Defibrilatoren

Was tun bei einer Herzrhythmusstörung?

Es lassen sich solche Herzrhythmusstörungen, wie das berüchtigte Kammerflimmern, beseitigen – wenn sie denn schnell genug erkannt werden. Kammerflimmern besteht darin, dass die Muskeln kreisend erregt werden. Defibrillatoren unterbrechen bei einem richtig ausgeführten Stromstoß die Kontraktion von 70 verschiedenen Herzmuskeln. Für einen kurzen Zeitraum (ca. 250 ms)  bleiben die Herzmuskeln inaktiv und werden dann – im Idealfall – durch die normale Nervenaktivität wieder im richtigen Rhythmus angeregt. Der Defibrillator erlaubt somit einen Neustart des Herzrhythmus.

Allerdings ist es wichtig, dass die Defibrillation schnell passiert. Je länger die Versorgung mit Sauerstoff im Gehirn aussetzt, desto größere Schäden entstehen.

Wie erkennt man ein Herzversagen?

Das Wichtigste ist das frühzeitige Erkennen von Herzversagen. Klagt ein Betroffener über starke Schmerzen in der Brust und Atemnot, sind dies deutliche Hinweise auf einen Herzinfarkt. Auch treten oft Übelkeit und kalter Schweiß auf. Bereits nach wenigen Minuten drohen Bewusstseinsverlust und der vollständige Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems.

Wie geht man vor?

Hat der Betroffene bereits das Bewusstsein verloren, muss die Atmung geprüft werden. Atmet die Person nicht mehr normal, ist schnelle Erste Hilfe vonnöten: Es muss das Vorgehen zur Reanimation begonnen, ein Notarzt verständigt und der „Automatisierte Externe Defibrillator“ (AED – auch „Laiendefibrillator“) geholt werden. Die meisten AED besitzen einen Computer, der automatisch die Herzfrequenz eines Patienten analysiert. Dies hilft dabei, zu entscheiden, ob ein Schock durch den AED nötig ist. Wenn dies der Fall ist, muss er in die Wiederbelebungsmaßnahmen eingebaut werden.

Statt der bisherigen Regel A-B-C: Atemwege freimachen (Airway), Beatmung (Breathing) und Herzdruckmassage (Chest compressions) gilt nun die Reihenfolge C-A-B.

Üblicherweise wechselt man eine Einheit von Wiederbelebungsmaßnahmen, d.h. 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen innerhalb von 2 Minuten, und einen AED Schock, sofern er nötig ist, ab.Dies sollte solange fortgesetzt werden, bis der Notarzt eintrifft oder der Patient wieder normal zu atmen beginnt.

Die DGUV Information 204-010 „Automatisierte Defibrillation im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe“ (bisher BGI/GUV-I 5163) fasst alle wichtigen Informationen zusammen. In Anlage 1 veranschaulicht eine Grafik die Anwendung eines AED (nach ERC-Leitlinien 2010) noch einmal Schritt für Schritt.

» Zum Download DGUV Information 204-010

Es empfiehlt sich, in Unternehmen und öffentlichen Bereichen stets einen Defibrillator (AED) zur Hand zu haben. Auch wenn die durch Laien durchgeführte Defibrillation oftmals nicht ausreicht, erhöht eine schnelle Defibrillation im Sinne einer Ersten Hilfe die Überlebenschancen deutlich. Kennzeichnen Sie außerdem den Ort, wo sich der Defibrillator befindet aussagekräftig mit dem Defibrillator-Symbol.

Weitere Informationen zur Anschaffung und Aufbewahrung eines AED sowie rechtlichen Grundlagen können Sie in unseren kostenlosen Leitfaden nachlesen. Wir bieten Ihnen außerdem eine Checkliste rund um den Einsatz von Defibrillatoren.

» SETON Defibrillatoren und Zubehör

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